Überzeuge mit deinem erfolgreichen Pitch-Video!

Insbesondere im Crowdfunding setzen junge Entrepreneure auf Pitch-Videos, um potenzielle Investoren positiv auf sich und ihr Produkt aufmerksam zu machen und zu überzeugen. Aber auch gestandene Unternehmen können von Pitch-Videos profitieren. Dabei kann der Dreh allerdings auch ziemlich in die Hose gehen. Damit der eigene Pitch nicht wie ein missglückter Youtube-Versuch von 2009 aussieht, hier unsere Tipps für eine erfolgreiche Präsentation!

Ein erfolgreiches Pitch-Video lebt vor allem von einem: Authentizität! Halbherzigkeit und schnelles Gemache lassen einen gut gemeinten Marketingschachzug schnell zu einer selbst geschaufelten Grube werden. Um dieses Worst Case Scenario zu vermeiden, gilt: ausgiebige Planung und Vorbereitung ist Pflicht. Für den eigenen Pitch sollte man sich eines klar machen: der erste Eindruck zählt. Insbesondere die ersten 10-20 Sekunden entscheiden über Wohlwollen oder Missfallen. Selbst wenn in den ersten Sekunden noch überhaupt nicht über das eigentliche Produkt gesprochen wurde, setzen Ambiente und Aufmachung eine Grundstimmung, die sich durch das gesamte Video zieht.

Wichtig ist es also, von Anfang an klar und deutlich auf den Punkt zu kommen. Langes Geschwafel ermüdet nur und lässt Zuschauer schnell wegklicken. Bei der Planung sollte man daher stets bedenken, dass das spätere Video lediglich zwischen 2-3 Minuten lang ist. Nicht sonderlich viel Zeit, wenn man die folgenden Punkte alle erfolgreich unterbringen will.

 

Was will ich überhaupt zeigen & was muss ich präsentieren?

 

Dein Pitch dient in erster Linie dazu, dem Zuschauer den bestmöglichen Eindruck von dir und deinem Produkt zu vermitteln. Zuallererst geht es also darum, dich vorzustellen. Zeig wer du bist und gegebenenfalls wer mit dir hinter dem Startup/Unternehmen steht. Dabei ist Authentizität gefragt. Dein Pitch ist die Präsentation deiner Persönlichkeit und wenn diese eher locker ist, sollte es auch dein Pitch sein. Erzwungene und unangenehm gestelzte Performances bleiben eher negativ im Gedächtnis. Außerdem wird Ungezwungenheit heutzutage keineswegs mehr als No-Go gewertet, sondern kann im Gegenteil, sehr positiv auffallen.

Achte auf den roten Faden!

Idealerweise besitzt jeder Pitch einen roten Faden. Angefangen mit deiner Vorstellung solltest du versuchen, strategisches Storytelling zu betreiben. Strategisch deshalb, weil 2 Minuten eine verdammt kurze Zeit sind. Erzähle also knapp aber auf den Punkt, wie du auf die Idee zu dem Produkt gekommen bist, was es für dich einzigartig macht, warum es dich motiviert ein Startup zu gründen und was du realisieren möchtest. Sollte schon einiges passiert sein, oder solltest du den Pitch als Update nutzen, dann berichte auch über die Fortschritte und beziehe bisherige Beteiligte mit ein.

Im Weiteren solltest du vor allem zwei Dinge herausstellen: wieso das Produkt für deinen Zuschauer relevant ist und was du mit dem Investment vor hast, um das Produkt noch relevanter für deine Zielgruppe zu machen. Auch zu beachten: von nichts, kommt nichts, also mache deinen Interessenten klar, was sie für ihr Investment konkret bekommen. Abschließend solltest du noch einmal direkt aktiv werden und deine Zuschauer darum bitten, euch zu unterstützen und auch erklären, wie sie das tun können, sollte es mehrere Möglichkeiten geben.

Dein Pitch ist kein Wohltätigkeitsfilm

Was zu keiner Zeit unklar sein sollte: ihr wollt mir eurem Pitch ein konkretes Ziel verfolgen. Im Falle einer Crowdfunding-Kampagne willst du Zuschauer zu Investments auffordern. Das heißt, du musst deutlich machen, dass die Leute in etwas investieren, das sich am Ende auch für sie auszahlen wird. Der Pitch soll nicht das soziale Wohlwollen der Menschen ansprechen wie eine Spende, sondern den Investor davon überzeugen, Teil eines wirtschaftlichen Projektes zu werden.

Gestandene Unternehmen wollen mit ihrem Pitch zu etwas motivieren: kaufen. Was den Pitch dabei von einer reinen Produktwerbung unterscheidet, ist der persönliche Faktor. Im Idealfall betreibst du auch hier erfolgreiches Storytelling. Das heißt du berichtest von deinem persönlichen Bezug zum Produkt, welche Intention du im Interesse des Nutzers verfolgst und welche Vorteile dieser von deinem Produkt hat. Außerdem kannst du in deinem Pitch auch gleich zeigen, dass du dein Produkt selbst aktiv nutzt. Eine Präsentation deiner eigenen Erfahrung mit dem Produkt, verbunden mit gutem Storytelling, schafft letztlich eine emotional höhere Bindung zum Zuschauer und potenziellen Kunden.

 

Gelungenes Ambiente und die richtigen Einstellungen

 

Wie bereits eingangs erwähnt, hat jeder Pitch ein Ziel. Dieses sollte man allerdings möglichst authentisch erreichen, weswegen schauspielerische Avancen eher unvorteilhaft sind. Bezüglich des Ambientes muss man sich drei wichtige Fragen stellen: Wen möchte ich ansprechen, Wie kann ich meine Firmenidentität widerspiegeln und Wer bin ich? 

Wen möchte ich ansprechen?

Egal ob Crowdfunding-Kampange oder Unternehmenspitch, kenne deine Zielgruppe! Demzufolge sollte auch das Ambiente der Zielgruppe entsprechen. Möchte ich exklusive Teemischungen anbieten, dann ist ein gemütliches Set-Up förderlich. Je nach Preisklasse will ich vielleicht eine bestimmte Klientel ansprechen und wähle daher nicht die Couch aus zweiter Hand als unterstützendes Dekor. Außerdem solltest du auf dein persönliches Auftreten achten. Wenn deiner Klientel bestimmte Attribute zugesprochen werden können, die du auch bei dir selbst findest, versuche diese herauszustellen. Generell gilt in 1. Linie für das Ambiente: je heller und cleaner, desto besser. Sicherlich gibt es je nach Branche Ausnahmen. Zu viele Details und Dunkelheit lenken erstens ab und zweitens kann man dann auch die Person/Setting/Produkt nicht richtig erkennen. Kontraproduktiv.

Bevor man also einfach drauf los dreht, sollte man seine Zielgruppe genau analysieren und versuchen, sich dieser anzupassen.

Wie kann ich meine Firmenidentität widerspiegeln?

Natürlich sollte der Pitch einen Wiedererkennungswert haben und sich auch optisch auf dein Startup beziehen. Ein guter Trick sind dabei Farben. Hat dein Startup eine charakteristische Farbe, kannst du diese in das Set-Up des Pitches mit aufnehmen. Angenommen das Logo unserer Teemischungen ist hellblau und die Verpackungstüte braun, dann kann unser gemütliches “Wohnzimmer” Set-Up aus einer hellblauen Couch, auf hölzernem Boden bestehen. Dazu ein netter Kaffee-/Teetisch aus Holz und darauf eine blaue Teetasse. Voilá. Tatsächlich sind es die kleinen Details, die wichtig sind und die Stimmung immens mitbestimmen.

Eine andere Möglichkeit, die Firmenidentität mit einfließen zu lassen, sind Grundsätze, Statements oder generelles Firmenflair. Regionale Startups können ihren örtlichen Bezug beispielsweise durch Dialekt (wenn noch halbwegs verständlich) oder regionale Besonderheiten mit einbeziehen. Im Bereich Sport kann auch Dynamik als Element mit eingebaut werden, beispielsweise durch verschiedene Kameraeinstellungen oder Set-Ups. Hierbei gilt jedoch der Leitsatz: weniger ist mehr!

Vor lauter Effekt sollte man das Hauptziel nicht aus den Augen verlieren. Bei prägnanten Statements kann man versuchen, diese auch visuell in das Ambiente mit einzubinden. Handelt es sich um ein räumliches Set-Up können Bilder mit dem Leitspruch der Firma oder internen Motivationszitaten einen ansprechenden Hintergrund bilden, der das eigene Ziel aktiv unterstützt.

Wer bin ich?

Neben allem Dekor sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass der Pitch vor allem dazu da ist, durch Persönlichkeit eine emotionale Beziehung aufzubauen. Deswegen muss die eigene Persönlichkeit auch prominent im Pitch vertreten sein. Persönlichkeit erreicht man während des Storytellings sehr gut. Was konkret hat dich zu deiner Idee inspiriert? Sollte es ein Gegenstand oder eine Örtlichkeit sein und diese Inspirationsquelle passt gut zu den anderen Aspekten des Pitches, nutze diese Koinzidenz! Halte dich nicht zurück, echte Persönlichkeit zu zeigen und so die Zuschauer auf mehreren Ebenen an dich und dein Produkt zu binden. Ziel ist es, eine positive Beziehung zum Zuschauer aufzubauen, die er dann mit dir und deinem Produkt in Verbindung bringt.

 

Die richtige Technik ist entscheidend

 

Auch bei diesem Punkt ist es ratsam, sich an sein persönliches Ziel zu erinnnern: du möchtest Menschen ansprechen, sie vielleicht sogar dazu bringen, in dich und dein Startup zu investieren. Ein offensichtlich schlecht produziertes Video wird dabei nicht sofort ein No-Go Kriterium, aber gleichzeitig wohl auch nicht besonders förderlich sein. Eine hohe Qualität wirkt stets seriöser und professioneller. Wenn möglich, sollte man also viel Augenmerk auf die Qualität des Pitches legen. Schließlich kann von ihm, im Falle einer Crowdfunding-Kampagne, das Fortbestehen des Startups abhängen. Mit unserer heutigen Technik kann eigentlich fast jeder Laie ein qualitativ gutes Video produzieren. Wer dennoch etwas Budget hat, ist gut beraten, dieses zu nutzen und entsprechend einzusetzen. Diverse Foto- und Videoagenturen haben sich auf die Erstellung von professionellem Content spezialisiert. In Berlin und Potsdam gibt es beispielsweise die Agentur Plan B, Picmention, Filmgrün und unzählige mehr, die mit hochwertigen Videos überzeugen.

Für kleines Budget reicht jedoch auch eine gute Kamera (oder selbst das Smartphone). Jedoch sollte man hier insbesondere auf die Helligkeit achten. Die Arbeit mit guten Softboxen kann übrigens weniger “teures” Equipment durchaus ausgleichen.

 

Auf einen Blick

Zusammengefasst zeichnet sich ein guter Pitch durch Persönlichkeit und eine klare Zielsetzung aus. Alle weiteren Elemente sollten dabei auf das Ziel abgestimmt werden und eine gute Balance zwischen Authentizität und Marketing haben. Generell sollte der Pitch gut strukturiert sein, sprich einen erkennbaren roten Faden haben, der alle nötigen Elemente beinhaltet. Storytelling is key und sollte nicht unterschätzt werden. Du willst mit deinem Pitch eine emotionale Bindung aufbauen, die letztlich dein übergeordnetes Ziel positiv beeinflusst (ein Investment, einen Kauf, einen positiven Eindruck). Achte bei der Umsetzung auch auf das Ambiente und die nötige Professionalität, wenn es um die Technik geht. Verpixelte und dunkle Aufnahmen überzeugen nicht, sondern regen zum Weiterklicken an!

Habt ihr bereits ein Pitchvideo gedreht und habt noch weitere Tipps oder Anregungen? Schreibt es gerne in die Kommentare!

 

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