Schneller Lesen – und worauf kommt es beim Bücherlesen wirklich an?

Die Welt wird immer komplexer, und wir müssen ständig dazulernen, um nicht zurückzubleiben. Wenn Sie diesen Artikel lesen, haben Sie die Bedeutung von Weiterbildung bestimmt schon realisiert. Viel dringender ist aber die Frage, wie man die Zeit dafür finden soll. Haben wir nicht schon genug um die Ohren, als dass wir jeden Tag noch Sachbücher studieren könnten? Wenn wir nicht mehr Zeit freimachen können, dann müssen wir die uns zur Verfügung stehende Zeit einfach besser nutzen: Also schneller lesen!

So die Idee…

Doch kommt es wirklich auf die Geschwindigkeit an, mit der wir von einer Seite zur nächsten springen? Nein! Es kommt darauf an, wie schnell wir unser Verständnis von der Welt ausbauen können.  Wie viel mehr verstehen wir, wenn wir das letzte Kapitel des Buches beendet haben? Lesen Sie kein Buch, nur um am Ende einen Haken dranzumachen. Lesen Sie, um zu verstehen!

Aber wie schaffen wir das?

Schneller lesen

Wir müssen unsere Lernmethode der Funktionsweise unseres Gehirns anpassen. Wer jedes Wort genau studiert, nichts verpassen will und kein einziges Komma überliest, der unterfordert sein Gehirn, denn es braucht stets neue Anreize, neue Gedanken.

Meist lesen wir zu langsam und werden dann noch langsamer, weil unser Gehirn abschaltet. Kennen Sie das, wenn Sie einen Absatz 3 Mal hintereinander lesen müssen – und ihn dann immer noch nicht verstehen?

Um mehr zu verstehen, dürfen wir den Flow des Gehirns nicht unterbrechen. Eine allgemeine optimale Geschwindigkeit gibt es nicht – das müssen Sie für sich selbst herausfinden.

Ein paar Techniken zum schnelleren Lesen

Kommen wir direkt zu den Techniken, auf die Sie wahrscheinlich beim Klick auf diesen Artikel gehofft haben:

  1. Führen Sie Ihr Auge mit einem Stift: Wenn Sie mit einem Stift die Zeilen verfolgen (wie in der Grundschule mit dem Zeigefinger), nehmen Sie Ihrem Auge diese Aufgabe ab. Es wird durch die stete Bewegung des Stiftes geradezu mitgezogen. Der Nachteil besteht darin, dass es recht nervig ist und auf Außenstehende vielleicht befremdlich wirkt.
  2. Vermeiden Sie doppeltes Lesen: Wir lesen viel zu häufig eine Passage, nur um uns eine Sekunde später an nichts mehr zu erinnern. Vermeiden Sie aber auf jeden Fall, dasselbe nochmals zu lesen. Erstens zerstören Sie damit den Leseflow, zweitens erlauben Sie sich, unkonzentrierter zu lesen. Das Zurückspringen können Sie verhindern, indem Sie ein Blatt von oben nach unten schieben und damit das Gelesene direkt abdecken.
  3. Lesen Sie nicht jedes Wort einzeln: Anstatt. sich. von. einem. Wort. zum. nächsten. zu. schleppen, können Sie mit ein bisschen Training mehrere Worte gleichzeitig wahrnehmen (etwa 3-4 Worte).
  4. Schalten Sie die Stimme in Ihrem Kopf aus: Wenn Sie ein Wort lesen, dann erklingt es zusätzlich in Ihrem Kopf. Sie lesen und denken/sprechen den Text gleichzeitig. Unser Auge kann die Informationen allerdings schneller aufnehmen, als unsere innere Stimme folgen kann – schalten wir dieses subvokalisieren ab, können wir schneller durch den Text gleiten. Diese Gewohnheit abzulegen ist enorm schwierig und nur selten vorteilhaft. Die doppelte Verarbeitung – durch Auge und „innerer Stimme“ – hilft uns, die Information besser aufzunehmen. Es eignet sich aber hervorragend, wenn wir einen Text nach Schlüsselwörtern durchforsten oder zunächst ein vages Gefühl für den Text entwickeln wollen.
  5. Lesen Sie nicht direkt los!: Wenn Sie die Informationen schneller aufnehmen wollen, sollten Sie die Zeilen vor Ihnen stets in den größeren Kontext einordnen. Für ein besseres Gefühl für das Buch können Sie (bevor Sie das erste Kapitel aufschlagen) die Rückseite, den Klappentext und das Inhaltsverzeichnis studieren. Bestenfalls lesen Sie vorab eine Buchzusammenfassung oder Sie suchen auf Youtube nach einem nett animierten Video. Auch Rezensionen können schon vorab helfen, die Schwachstellen und Kritikpunkte des Buches herauszufinden. Wenn Sie mit diesem Vorwissen in das Buch eintauchen, haben Sie jederzeit den größeren Kontext im Hinterkopf – und können den Inhalt viel besser verstehen.
  6. Die Kopfebene nebenbei laufen lassen: Sie können viel mehr aus dem Buch herausholen, wenn Sie das Lesen als Interaktion betrachten – zwischen Ihnen und dem Autor. Je mehr Sie den Inhalt verarbeiten, desto mehr verstehen Sie ihn auch. Erst wenn Sie das Gelesene auch reflektieren, können Sie zu einem tiefen Verständnis kommen. Stimmen Sie dem Autor zu oder haben Sie eine andere Sichtweise? Kennen Sie verwandte Konzepte? Was für Konsequenzen und Ideen entwickeln sich? Ohne diese Metaebene lesen Sie nur und verstehen wenig. Machen Sie das Lesen zu einer Diskussion und Sie werden viel mehr mitnehmen können.
  7. Überspringen Sie Bekanntes: Häufig deckt sich schon ein Großteil eines Buches mit unserem Vorwissen. Also warum das ganze Buch lesen? Suchen Sie nur nach Aspekten, über denen bei Ihnen noch ein Fragezeichen schwebt. Wenn Sie ein Ziel haben, sollten Sie auch zielgerichtet lesen. Die wichtigen Stellen von den unwichtigen zu unterscheiden setzt allerdings eine hohe Kenntnis der eigenen Wissenslücken voraus.
  8. Lesen Sie kreuz und quer: Lesen Sie nur das, was Sie momentan am meisten nach vorn bringt. Lesen Sie zielgerichtet und lassen Sie sich nicht passiv von Kapitel zu Kapitel mitschleifen. Wir sollten auch zwischen verschiedenen Büchern hin und her springen. So können wir schnell zwischen verschiedenen Themen und Sichtweisen wechseln – stets in Hinblick auf das, was uns gerade am brennendsten interessiert. Ein Buch von vorne bis hinten durchzuarbeiten erfordert häufig enorme Willensstärke. Dann kann es geradezu eine Erlösung sein, wenn wir uns von dem Zwang „Ein Buch nach dem anderen“ verabschieden.

Mit der Zeit liest man besser

Wie man sich langfristig motiviert, den Spaß an Weiterbildung erhält und die Informationsaufnahme so leicht wie möglich gestaltet, müssen Sie für sich selbst herausfinden. Mit genügend Zeit und Experimentierfreude liest es sich immer besser.

Wenn Sie Weiterbildung wertschätzen, wollen Sie natürlich die effizienteste Methode finden. Der Knackpunkt ist, dass es nicht auf die Schnelligkeit ankommt, mit der Sie die letzte Seite des Buches erreichen. Es kommt auf die Geschwindigkeit der Aufnahme dieser Informationen an. Und dies schaffen Sie nur, wenn Sie wirklich verstehen!

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